Tag der Zahngesundheit am 25.09.2016
– Gesund beginnt im Mund – Fakten gegen Mythen

 

„Wer-wie-was-wieso-weshalb-warum….?“


Was?

Der diesjährige Tag der Zahngesundheit am 25.09.2016 steht unter dem Motto „Fakten gegen Mythen“.

Vor allen anderen Mythen gilt es den gefährlichen Mythos:  „Milchzähne sind nicht so wichtig, die fallen doch eh aus“ zum Wohle der Kinder auszuräumen.

Denn genau wie die bleibenden Zähne verursachen auch kariöse Milchzähne Schmerzen. Zudem können schadhafte Milchzähne die bereits vorhandenen bleibenden Zähne des Kindes schädigen und damit die Allgemeingesundheit des Kindes beeinträchtigen.

Behandlungen bei kleinen Kindern können oftmals nur in Vollnarkose durchgeführt werden – eine Belastung  für Eltern und Kind.

Muss ein Milchzahn frühzeitig entfernt werden, zieht das oft lange Behandlungen mit einer Zahnspange nach sich.

Ein entspannter Start in eine vertrauensvolle Beziehung  zwischen dem kleinen Patienten und seinem Zahnarzt kann und sollte anders aussehen.


Warum?

Ein gesundes Milchgebiss bedeutet eine 90 % -ige Chance auf ein kariesfreies Erwachsenengebiss.

Kinder mit  schlechten Zähnen werden von anderen Kindern oft schon in den Kitas und in der Schule gehänselt. Daraus können schulische Probleme resultieren.

Darüber hinaus sind Zähne ein wichtiger Attraktivitätsfaktor. Attraktive Menschen haben bessere Chancen sowohl bei der Partnerwahl als auch beim Einstellungsgespräch.

Gesunde Milchzähne sind also eine Investition in die Zukunft!

Womit?

Zahnpflege -von Anfang an!

Sogar der zahnlose Kiefer des Säuglings sollte schon behutsam massiert werden. So gewöhnen sich Eltern und Kind an die Zahnpflege.

Ab dem ersten Zähnchen wird geputzt! Gerne zweimal am Tag, aber nur einmal täglich wird ein Hauch fluoridierter Kinderzahnpasta auf ein Wattestäbchen, später auf die Babyzahnbürste aufgetragen.

Ab dem 2. Geburtstag wird zweimal täglich mit einer erbsengroßen Menge Kinderzahnpasta geputzt.

Ab dem 6. Geburtstag wird Junior- oder Erwachsenenzahnpasta mit einem höheren Fluoridanteil verwendet.

Bei dieser Art der Fluoridierung sollte fluoridiertes Speisesalz im Haushalt zur Anwendung kommen.

Hat der Kinderarzt Fluoridtabletten verordnet, sollte für die Kinder kein fluoridiertes Speisesalz im Haushalt verwendet werden und bis zum 3. Geburtstag fluoridfreie Zahnpasta zur Anwendung kommen

Zahngesunde Ernährung

Altersgemäße kauaktive Nahrung regt den Speichelfluss an und unterstützt das „natürliche Schutzsystem Speichel“

Zucker sollte mit Bedacht konsumiert werden. Das kommt nicht nur den Zähnen zu Gute. Ein süßer Nachtisch nach den Hauptmahlzeiten ist besser als ständig süße Getränke und Naschereien über den Tag.

Übrigens: Zucker hat viele Namen. So bedeutet „zuckerfrei“ lediglich, dass Haushaltszucker nur in geringen Mengen in dem Produkt ist. Andere, für die Zähne genauso schädliche Zuckerarten, können trotzdem enthalten sein. Und das sogar in Lebensmitteln, die doch eigentlich gar nicht süß schmecken: saure Gurken, Ketchup, u.v.a.m. Ein Blick auf die Zutatenliste ist manchmal erschreckend. So enthält eine Flasche Ketchup schon mal 80 Stücke Würfelzucker oder ein Smoothie (der ist doch gesund, oder?) 10 Stücke!

  1. Zahn = 1. Zahnarztbesuch

Zahnärzte kontrollieren nicht nur die Zähne, sie geben Tipps zur richtigen Zahnpflege, zum Thema Fluorid, zur richtigen Ernährung und beantworten gerne alle Fragen zum Thema Zahngesundheit.

Denn für Zahnärzte ist jeder Tag ein Tag der Zahngesundheit!

 

Gefahr aus der Nuckelflasche

 

Wird die Nuckelflasche den Kindern zum Beruhigen oder als Einschlafhilfe selbst überlassen,  so umspült nicht wertvoller Speichel die Zähne sondern der (oftmals sogar süße) Flascheninhalt. Und das kann fatale Folgen haben, die sogenannte Nuckelflaschenkaries oder Frühkindliche Karies. Hierbei sind oft ganze Zahngruppen oder sogar alle Zähne zerstört.

Die Flasche sollte den Kindern nur zur Nahrungsaufnahme und zum Durstlöschen gereicht werden. Zum Durstlöschen sollte ungesüßter Kräuter- oder Früchtetee oder Wasser gereicht werden.

 

Mit etwa 10 Monaten sollte man das Kind an das Trinken aus der Tasse oder dem Becher gewöhnen.


Wer?

Nicht nur Zahnärzte sind beim Thema „Gesunde Milchzähne“ gefordert.

Schon in der Schwangerschaft sollten Frauenärzte die werdenden Mütter auf die Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt hinweisen.

Hebammen und Säuglingsschwestern können wertvolle Tipps zur Zahnpflege und zum Beruhigen (ohne Nuckelflasche!) geben. Geburtsvorbereitungs- und „Wickelkurse“ wären hier eine gute Gelegenheit.

Kinderärzte können im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen (U-Untersuchungen) auf den Besuch beim Zahnarzt hinweisen und ebenfalls Tipps zur zahngesunden Ernährung geben.

 

Immer mehr Kinder besuchen immer früher und immer länger eine Kita oder eine Tagesmutter.

Hier lernen die Kleinen viel von älteren Kindern und den Bezugspersonen.

Gemeinsam mit den Kindern sollte deshalb das tägliche Zähneputzen in den Einrichtungen zusammen mit den Erzieherinnen bzw. den Tagesmüttern geübt und Wert auf eine zahngesunde Ernährung gelegt werden. So fördern sie das Mundgesundheitsbewusstsein, das Körperbewusstsein, das Bewusstsein “Ich kann für meinen Körper selbst etwas Gutes tun“. Sie unterstützen damit die Eltern, nehmen diesen aber nicht die Verantwortung für die Zahngesundheit der Kinder ab. Als wichtige Bezugspersonen können Erzieherinnen und Tagesmütter so einen ganz wichtigen Beitrag, nicht nur zur Mundgesundheit sondern zur weiteren Entwicklung des Kindes sogar in Hinblick auf die Suchtprävention leisten.


 

Daher gilt:

Jeder Tag muss ein Tag der Zahngesundheit sein!

 

 

Dr. Lea Laubenthal

Mitglied des Vorstandes

– Ressort Prophylaxe –

der Ärztekammer des Saarlandes

– Abteilung Zahnärzte –

 

Ärztekammer des Saarlandes
Abteilung Zahnärzte

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